Ziellos in der Natur

Als Hausaufgabe in meiner Ausbildung Wildnispädagogik Teil 2 war das ziellose Umherstreifen in der Natur aufgegeben.

Leichter geschrieben als getan. Wer kann schon ohne Plan im Kopf in die Natur hinaus gehen? Ich habe mich darauf eingelassen mit Plan im Kopf und der Bereitschaft, diesen Plan jederzeit zu verlassen. Das Umherstreifen sollte etwa drei Stunden dauern – also viel Zeit, zum „Herumstromern“. So nannten wir das in meiner Kinderzeit. Wenn die Eltern fragten: „wo bist Du heute wieder herumgestromert?“ hieß das, sie wussten nicht, wo ich gewesen bin. Naja, ich musste immer ansagen, wohin ich gehe.

Also am Sonntag musste ich mich nicht abmelden sondern konnte freie Zeit in der freien Natur genießen. Und – als Fazit – es war total spannend. Was habe ich gesehen und erlebt? Die schwarze Wegschnecke und die Achtsamkeit des Mountain-Bikers, unbekannte Blumen und einen Jogger mit Routenansage, das fröhliche Singen der Vögel und der Nieselregen am Teich, einen kleinen Lockwitzbachwasserfall und das Skelett eines Rehs, Tierpfade und Tierspuren.


Es brauchte bei mir einfach den Entschluss: ok, heute mache ich das. Ich habe den Wetterbericht gesehen, der ist nicht verlockend. Aber egal, ich gehe einfach mal los und dann schaue ich.

Was ich in den Jahren gelernt habe: ich tue mich manchmal schwer Dinge zu machen. Ich spiele es hundert Mal im Kopf durch, wie das wohl sein könnte und was ich mache, wenn das oder das passiert.

Das kann ich machen, das kann ich auch mehr als hundert mal machen.

Wenn ich einfach mal anfange, dann ergibt sich oft das andere fast wie von allein. Und hinterher sage ich mir: das war einfach gut!

Wenn Du einen „Anstupser“ brauchst – den findest Du. Du musst nur fragen. Du musst es selber tun – das kann keiner für Dich übernehmen. Worauf wartest Du?


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