Listen, Learn, and Contribute

Hören, lernen und beitragen (Richard Rohr’s Daily Meditation vom 9.10.26)

Cherokee descendant Randy Woodley responds to Francis of Assisi’s deathbed invitation, “I have done what was mine to do. May Christ teach you what is yours”:

Der Cherokee-Nachkomme Randy Woodley antwortet auf die Sterbebett-Einladung von Franz von Assisi: „Ich habe getan, was meine Aufgabe war. Möge Christus euch lehren, was eure Aufgabe ist“:


My Keetoowah ancestors had a concept that I think gets at what this question really means. They understood that every person, every being, every element of c v.reation has a particular responsibility—a role to play in the harmony of the whole. Not everyone had the same role. Some were healers, some were warriors who protected the people, some were farmers, some were storytellers. But everyone had something that was theirs to do, and the community couldn’t function without all of it.


Meine Keetoowah-Vorfahren hatten ein Konzept, das meiner Meinung nach das erfasst, was diese Frage wirklich bedeutet. Sie verstanden, dass jede Person, jedes Wesen, jedes Element der Schöpfung eine besondere Verantwortung hat – eine Rolle, die sie in der Harmonie des Ganzen spielen muss. Nicht jeder hatte die gleiche Rolle. Einige waren Heiler, andere Krieger, die die Menschen beschützten, einige waren Bauern, andere Geschichtenerzähler. Aber jeder hatte etwas, was er zu tun hatte, und die Gemeinschaft konnte ohne all das nicht funktionieren.


An old Indian saying puts it more bluntly: The worst thing that can be said about a person is, “He acts like he has no relatives.”


Ein altes indisches Sprichwort drückt es noch deutlicher aus: Das Schlimmste, was man über eine Person sagen kann, ist: „Er verhält sich, als hätte er keine Verwandten.“


To act as if you have no relatives means to live as though your actions don’t ripple outward. It means to treat the world as though you’re the only one in it. It means to extract what you want without asking what you owe.


Sich so zu verhalten, als hätte man keine Verwandten, bedeutet, so zu leben, als hätten deine Handlungen keine Auswirkungen auf andere. Es bedeutet, die Welt so zu behandeln, als wärst du der Einzige darin. Es bedeutet, das zu nehmen, was du willst, ohne zu fragen, was du schuldest.


Sound familiar? This is essentially the operating system of Western capitalism—the worldview that treats land as inventory, water as delivery system, people as labor units, and the sick as revenue streams. Take what you can, discard the rest, and never ask who’s downstream.


Hört sich das vertraut an? Dies ist im Wesentlichen das Betriebssystem des westlichen Kapitalismus – die Weltanschauung, die Land als Inventar, Wasser als Lieferungssystem, Menschen als Arbeitseinheiten und Kranke als Einnahmequellen behandelt. Nimm, was du kannst, wirf den Rest weg und frage nie, wer flussabwärts ist.


What my ancestors practiced was the opposite. They understood that humans are the younger siblings in creation—that the plants, animals, waters, and stones have been here longer and know how things work. Our job is not to dominate but to listen, learn, and contribute to the wellbeing of the whole. That’s not metaphor. That’s a survival strategy developed over thousands of years of living in reciprocal relationship with the land.


Was meine Vorfahren praktizierten, war das Gegenteil. Sie verstanden, dass Menschen die jüngeren Geschwister in der Schöpfung sind – dass die Pflanzen, Tiere, Gewässer und Steine schon länger hier sind und wissen, wie die Dinge funktionieren. Unsere Aufgabe ist nicht, zu dominieren, sondern zuzuhören, zu lernen und zum Wohlergehen des Ganzen beizutragen. Das ist keine Metapher. Das ist eine Überlebensstrategie, die über Tausende von Jahren in einer wechselseitigen Beziehung zum Land entwickelt wurde.


The mystics have always known that the separate self is an illusion—that we are woven into one another and into creation. That what we do to the least of these, we do to the Sacred. Indigenous peoples have been practicing that truth in daily life for millennia, not as theology to be debated but as a way of being to be lived. It goes by various names, but I call it the Harmony Way….


Die Mystiker haben immer gewusst, dass das getrennte Selbst eine Illusion ist – dass wir ineinander und in die Schöpfung verwoben sind. Was wir dem Geringsten unter ihnen antun, tun wir dem Heiligen an. Indigene Völker praktizieren diese Wahrheit seit Jahrtausenden im täglichen Leben, nicht als Theologie, über die man debattiert, sondern als eine Lebensweise, die gelebt werden soll. Es hat verschiedene Namen, aber ich nenne es den Harmonieweg….


This is what contemplation should lead to—vulnerability. Not withdrawal from the world but deeper engagement with it. Not escape from suffering but the willingness to sit with it long enough to see clearly what is ours to do. Vulnerability requires living reflectively with yourself but also living deeply into the whole community of creation—all your relatives.


Dies ist, wozu die Kontemplation führen sollte – Verletzlichkeit. Nicht Rückzug aus der Welt, sondern ein tieferes Engagement mit ihr. Nicht Flucht vor dem Leiden, sondern die Bereitschaft, lange genug damit zu sitzen, um klar zu sehen, was wir tun müssen. Verletzlichkeit erfordert, reflektiv mit sich selbst zu leben, aber auch tief in die gesamte Gemeinschaft der Schöpfung einzutauchen – all deine Verwandten.

Übersetzung: babelfish


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